Unser Projektgebiet

Das frühere VDC Kumbu Kasthali (häufig auch Kubu- oder Kuvukasthali geschrieben), das seit der Verwaltungsreform von 2017 Umakunda 3 heißt,  liegt südöstlich von Jiri im District Ramechhap,  einem der 13 stark von den Erdbeben im Jahre 2015 betroffenen  Distrikte.  Wie alle VDCs besteht es aus 9  Gemeindeteilen, die als Wards bezeichnet wurden.  In Kumbu-Kasthali wurden die meisten Häuser vom Erdbeben beschädigt und zum Teil auch gänzlich zerstört, auch die vorhandenen 7 Schulen und der Anbau der Gesundheitsstation wurden stark beschädigt.


Nach Auskunft  unseres nepalesischen Projektleiters vor Ort, Dawa Sherpa, waren eine Reihe nationaler NGOs nach den Erdbeben im Einsatz, um durch den Bau von genügend Toiletten einer Seuchengefahr vorzubeugen. So sollen jetzt 80 –90 % aller Familien Toiletten haben, die entsprechenden Materialien  für deren Bau wurden angeblich bereitgestellt.  Wie das zu der anderen Auskunft passt, dass  eine ebenso große Anzahl von Familien noch in Notunterkünften haust, sei dahingestellt.  Angeblich soll es auch eine 100%  Wasserversorgung über Wasserleitungen geben,  wobei etwa 50% „problematisch“ seien – bei unseren letzten Besuchen gab es jedoch kaum Häuser mit einer Wasserleitung im Haus. Gemeint sind wahrscheinlich die öffentlichen Zapfstellen in den einzelnen Wards  oder Leitungen, die an den Häusern vorbeiführen und angezapft werden können. 


 Auch die Stromversorgung scheint nicht gelitten zu haben, nur noch etwa 10 % der Familien sollen noch keinen Strom haben. 3 der 7 Wards sind inzwischen über die von Bhandar kommende Leitung an das zentrale Netz angeschlossen, 2 Wards nutzen mit Hilfe des Gurkha Welfare Board gebaute Kleinkraftwerke und ein Ward nutzt nach wie vor sog. peltric sets, d.h. Miniturbinen, die in der Regel mehrere Familien über ein Darlehen des Poverty Alleviation Funds gemeinsam angeschafft haben. 

Die seit 2007 bestehenden Straßenverbindungen über Erdpisten sind nur in der Trockenzeit rel. sicher befahrbar, dagegen in der Regenzeit stark beeinträchtigt. Die vorhandenen Wege können mit Jeeps sowie mit Lastwagen und Bussen mit Allrad-Antrieb befahren werden, sofern nicht Erdrutsche in der Monsunzeit die Verbindungen zeitweise unterbrechen. Im Vergleich zu früher, wo viele Gemeindeteile nur über Fußpfade zu erreichen waren und alles Benötigte mit Menschenkraft zu den Ortschaften befördert werden musste, ist dies eine enorme Verbesserung.  Die seit 2008 existierende Telefon- und Internetverbindung mit dem VDC und unserem Projektleiter ist während der Monsunzeit nicht immer gewährleistet, aber sie funktioniert weiterhin.





Für die Bevölkerung hatte die Regierung nach dem Erdbeben ein Hausbau-Programm beschlossen, Danach konnten alle Familien oder Personen, deren Haus komplett zerstört war, einen Förderantrag stellen. Es sollte 200.000 NRP (ca. 1.670 €) geben, womit aber ein erdbebensicheres Haus, wie es die Regierungspläne vorsahen, nicht gebaut werden konnte. Nachdem das Programm in der 2. Jahreshälfte 2016 endlich gestartet war, reagierte die Regierung 2017 auf die massive Kritik und erhöhte den Förderbetrag auf 300.000 NRP (ca. 2.550 €). Auf dieser Basis sind dann 2017-18 weit über 300.000 neue Häuser gebaut worden. 


Nicht erst seit den Erdbeben ist ein Rückgang der Bevölkerung im VDC zu verzeichnen. Viele junge Menschen, auch ganze Familien, ziehen in die Stadt oder in Gebiete, wo sie eher Arbeit finden, denn im VDC gibt es neben der flächenmäßig begrenzten Landwirtschaft kaum Erwerbsmöglichkeiten. Nach dem letzten Zensus von 2011  gibt es nur noch etwa 3000 Einwohner im VDC. Allerdings sind die Zahlen fragwürdig, da z.B. die Angaben zu Kindern und Jugendlichen im Dorf stark von den Schulstatistiken abweichen,  die wir von unseren Partnern erhalten. Richtig ist sicher, dass  mehr Frauen als Männer in der Gemeinde leben, da überwiegend Männer Arbeitsmigranten sind – nicht selten gründen sie in anderen Gebieten dann eine neue Familie und kümmern sich nicht mehr um die Zurückgelassenen.


Seit fast 20 Jahren hatten im VDC keine Kommunalwahlen stattgefunden, weil der bis 2006 dauernde maoistische Aufstand  und die anschließenden häufigen Regierungswechsel die Durchführung von Wahlen verhinderten. In den letzten Jahren kam hinzu, dass es mit der geplanten neuen Verfassung eine Reform der regionalen Struktur geben sollte. Durch endlosen Parteienstreit kam es erst 2017 zu einer Einigung über die Verfassung und damit zu der neuen Verwaltungsstruktur,, die als Basis für die Kommunalwahlen dienen sollte. Entscheidende Neuerung war, dass das Land nun neben einigen Großstädten und 246 Städten (municipalities) in 481 sog. Rural Municipalities aufgeteilt ist. Diese wurden durch Zusammenlegung von meist 6-7 früheren VDCs (Village Development Committees) gebildet. Unser Ort Kumbu-Kasthali bildet nun zusammen mit Bhandar, Those und weiteren 4 VDCs die Rural Municipality mit Namen Umakunda. 

Kumbu-Kasthali liegt im mittleren Bergland östlich von Kathmandu und ist etwa 20 qkm groß. Die einzelnen Dorfteile liegen auf unterschiedlichen Höhen, zwischen 1300 m und  etwa 2600 m .