Kindergärten

Seit 2006 unterstützt die Initiative auch sog. CDCs - Child Development Centres (Kindergärten bzw. Vorschulklassen) im Fördergebiet. Diese Einrichtungen dienen nicht nur der Entlastung der arbeitenden Frauen, sondern vor allem auch der älteren Geschwister, die sonst mit der Beaufsichtigung der Kleinkinder beauftragt werden und deshalb der Schule fern bleiben. Vor allem Mädchen werden häufig in diese Rolle gedrängt, nicht umsonst sind so viele Frauen in ländlichen Gebieten Analphabetinnen.

Zum Teil hat man sich in der Vergangenheit wohl damit beholfen, dass man die jüngeren Geschwister mit in den Unterricht der 1. Klassen genommen hat, was erklären könnte, warum z.B. 2007 nur 54,5% der nepalischen Erstklässler in die 2. Klasse versetzt wurden (Flash report 2007-2008, Department of Education). Das ist seit 2008 nicht mehr erlaubt. Deshalb sollen nun möglichst überall Vorschulklassen eingerichtet werden, wobei der Staat allerdings bisher noch nicht einmal in der Lage ist, ausreichend Lehrerstellen und Lehrmittel für die bestehenden Schulen zu finanzieren.

Die CDCs sind organisatorisch den Schulen angegliedert, das School Management Committee der Schulen ist für die Einstellung der Erzieherinnen und für die Verwaltung der Kindergärten zuständig.

Mit Hilfe der Kronberger Montessori-Schule, die 2006 einen Sponsorenlauf zugunsten dieses Projekts veranstaltete, konnte die Initiative 2006 mit der Förderung des ersten CDCs in der Kumbu-Schule beginnen. Bis 2010 gab es in den 7 Schulen 5 CDCs, als letzte kamen 2014 Neka und 2017 Khadka Gaon hinzu. Sie sind alle in eigenen Räumen, die von uns finanziert wurden, untergebracht. Die Zahl der betreuten 3- bis 5-Jährigen lag in den 5 Jahren vor dem Erdbeben stets zwischen 75 und 95, danach gingen die Zahlen ebenso wie bei den Schülern zurück, bedingt durch verstärkte Migration in die Städte.




Alle CDCs werden mit Spiel- und Lehrmaterialien versorgt. Die Initiative zahlt einen kleinen Zuschuss zum sehr niedrigen Gehalt der Erzieherinnen. Da deren Ausbildung eher mangelhaft ist, haben wir 2011 und 2012 alle (damals 5) Erzieherinnen zur Weiterbildung nach Kathmandu geschickt. Diese Trainingsmaßnahme hat eine deutliche Verbesserung des Unterrichtsstils bewirkt.